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Umsatzsteuervoranmeldung leicht gemacht [Infografik]

in 1 year ago
Umsatzsteuer

Umsatzsteuervoranmeldung – der Name hat auf bürokratiescheue Zeitgenossen eine abschreckende Wirkung. Leider handelt es sich um eine Aufgabe, die kaum einem Unternehmer erspart bleibt. Hat man einmal verstanden, worum es bei der Umsatzsteuervoranmeldung geht, wirkt sie weit weniger beängstigend. Für alle, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, hier ein kleiner Crashkurs.

Das Finanzamt nicht warten lassen

Die „Umsatzsteuervoranmeldung” ist eigentlich eine Umsatzsteuervorauszahlung – damit das Finanzamt nicht das ganze Jahr auf Ihre Steuerzahlungen warten muss. Wie eine Abschlagszahlung bei Ihrem Stromanbieter. Und ähnlich wie diese richtet sich die Umsatzsteuervorauszahlung nach der im Vorjahr gezahlten Umsatzsteuer. Ob Sie das monatlich oder quartalsweise machen müssen, hängt davon ab, wie viel Umsatzsteuer Sie im Vorjahr gezahlt haben. Die Umsatzsteuer ist jeweils spätestens am 10. Kalendertag nach Ablauf des betreffenden Monats oder Quartals anzumelden und zu bezahlen.

Hebammen, Orchester, Pferdewetten

Umsatzsteuerpflichtig sind die meisten Unternehmen: Sie müssen auf den Erlös eines jeden Jahres eine prozentuale Steuer zahlen. Befreit sind nur wenige Anbieter am Markt: Zum einen Kleinunternehmer, also alle, deren Jahreserlös 17.500 Euro nicht übersteigt. Desweiteren sind einige wenige Arten von Leistungen von der Umsatzsteuer ausgenommen: Beispielsweise Finanzdienstleistungen, die Leistungen von Ärzten, Heilpraktikern und Hebammen, die Aufführungen von Orchestern oder Pferdewetten. Wenn Ihr Unternehmen in einer Branche tätig ist, in der keine Umsatzsteuer abgeführt werden muss, wissen Sie das höchstwahrscheinlich schon. Wenn Ihnen für Ihre Branche etwas Derartiges noch nicht zu Ohren gekommen ist, können Sie davon ausgehen, dass Sie Umsatzsteuer zahlen müssen.

Käufer von Rohstoffen und Produktionsmitteln

Jeder Unternehmer gibt die Umsatzsteuer, die er als Verkäufer von Waren oder Dienstleistungen entrichten muss, an seine Käufer weiter: Gilt der Relgesteuersatz von 19 %, teilt er sie unter ihnen auf, indem er einfach jeden Teil seines Umsatzes, also jeden Rechnungsbetrag, mit 1,19 multipliziert. Es gibt aber auch Güter und Dienstleistungen, auf die nur eine Steuer von 7 % zu entrichten ist. In diesem Fall wird der (Netto-)Rechnungsbetrag mit 1,07 multipliziert. Einen Überblick über die wichtigsten Ausnahmen von Regelsteuersatz bietet die Infografik!

Dieser Umstand macht das Entrichten der Umsatzsteuer etwas komplizierter, denn ein Unternehmen tritt am Markt nicht nur als Verkäufer, sondern beispielsweise auch als Käufer von Rohstoffen oder Produktionsmitteln auf. Was es als umsatzgenerierender Anbieter von Leistungen schuldet, und was es als Nachfrager am Markt bereits gezahlt hat, muss also gegeneinander verrechnet werden. Verdeutlichen wir uns dies an einem Beispiel: Nehmen wir an, eine Zwei-Mann-Filmproduktionsfirma habe im November 2015 nur einen einzigen Kauf getätigt: einen neuen Laptop, für den das Unternehmen 1190 € gezahlt hat. 190 € davon sind Umsatzsteuer und werden vom Verkäufer des Laptops ans Finanzamt weitegereicht. Im gleichen Monat haben die beiden Filmer aber auch zwei Rechnungen im Gesamtwert von 5950 € inkl. 950 € Umsatzsteuer gestellt. Diese Umsatzsteuer müsste die Firma ans Finanzamt abführen. 190 € hat sie aber bereits an das Finanzamt gezahlt. Sie braucht also für diesen Monat nur noch 950 € – 190 €, also 760 € ans Finanzamt zu zahlen. Eigentlich gar nicht so kompliziert. Oder?

Und damit Sie wirklich jede Angst vor der Umsatzsteuer und ihren Prozentsätzen verlieren, haben wir einige kuriose Umsatzsteuerermäßigungen für Sie zusammengestellt – wenn Sie darüber lachen können, kann es so schlimm nicht sein!

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