Jahreswechsel 2015/16: Was Sie über die Lohnabrechnung wissen sollten

3 years ago
Jahreswechsel bei Sage One

Langsam aber sicher neigt sich das Jahr dem Ende zu – und der Gesetzgeber hat bereits einige Änderungen für 2016 veröffentlicht, die Sie als Unternehmer bei der Lohnabrechnung künftig zu beachten haben. Wir möchten Sie wie in jedem Jahr auch diesmal wieder frühzeitig und umfassend über diese wichtigen Themen informieren und Sie gleichzeitig schon mal beruhigen: Die meiste Arbeit erledigt Ihr Sage One ganz automatisch für Sie!

Hier eine Übersicht der Änderungen in der Lohnbuchhaltung für 2015/2016:

Sozialversicherungen und Meldeverfahren

Rechengrößen der Sozialversicherungen

Hinweis für Sage One Kunden: Alle Rechengrößen werden automatisch hinterlegt und gepflegt. Wie immer brauchen Sie nichts zu tun! Die Rechengrößen dienen lediglich als Information.

Die Beitragssätze der Sozialversicherungen bleiben 2016 weitgehend stabil und ändern sich kaum.

  • Der Beitragssatz für die Krankenversicherung bleibt bei 14,6 % und ermäßigt bei 14,0 %.
  • Die Pflegeversicherungsbeiträge bleiben bei 2,35 % zzgl. 0,25 % Beitragszuschlag für Kinderlose, die älter als 23 Jahre sind.
  • Die Beitragshöhe für die Rentenversicherung bleibt bei 18,7 %.
  • Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung bleibt weiterhin bei 3 %.
  • Die Insolvenzgeldumlage fällt von 0,15 % auf 0,12 %.
  • Die Künstlersozialabgabe liegt bei 5,2 %.

 
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Die größte Veränderung gibt es bei den Beitragsbemessungsgrenzen:

  • In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung steigt die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze von 4.125 Euro auf 4.237,50 Euro Monatseinkommen. Wer mehr verdient, zahlt für das Einkommen über 4.237,50 Euro keine Beiträge zur Kranken- und Pflegversicherung.
  • In der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze West auf 6.200 Euro Monatseinkommen. Im Osten steigt die Grenze auf 5.400 Euro.

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Hinweis für Sage One Kunden: Alle Rechengrößen werden automatisch hinterlegt und gepflegt. Wie immer brauchen Sie nichts zu tun! Die Rechengrößen dienen lediglich als Information.

Änderung bei Entgeltfortzahlung-Erstattung (AAG)

Unter dem AAG ist die U1- und U2-Erstattung gemeint.

Hinweis für Sage One Kunden: Sie müssen nichts tun. Die U1- und U2-Erstattungsanträge werden, wie immer, automatisch mit der Echtabrechnung erstellt und versendet.

Exkurs:

Was versteht man unter der Umlage U1?

Die Umlage U1 ist eine Ausgleichskasse des Arbeitgebers für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall seiner Mitarbeiter. Sie zahlen einen bestimmten Prozentsatz des Bruttoentgeltes ein und erhalten im Krankheitsfall einen daraus resultierenden Teil der Lohnfortzahlung von der Kasse erstattet.
Die Umlage U1 ist verpflichtend für Betriebe bis 30 Mitarbeiter. Beschäftigen Sie durchschnittlich mehr als 30 SV-pflichtige Mitarbeiter pro Monat, nehmen Sie nicht am U1-Umlageverfahren teil.

Was versteht man unter der Umlage U2?

Die Umlage U2 (für Mutterschutz und Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft) ist gesetzlich festgeschrieben und ist für alle Betriebe – unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter – verpflichtend.

Und ganz nebenbei: Jedes Jahr werden über 13 Mio. Erstattungsanträge an die Krankenkassen gesendet und mehr als 6,3 Mrd. Euro an Erstattungen an die Unternehmen gezahlt.

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Exkurs Ende.

Was ändert sich 2016?

Die Umlageerstattung wird schon seit vielen Jahren elektronisch gemeldet, doch ab 2016 geben die Kassen dazu auch eine elektronische Rückmeldung.

Wie funktioniert das mit den Rückmeldungen ab 2016?

  1. Der Arbeitgeber ermittelt den Entgeltfortzahlungsbetrag und den Erstattungsbetrag. (Hinweis: In Sage One wird das automatisch mit der Echtabrechnung ermittelt.)
  2. Kommt die Krankenkasse zu einem anderen Ergebnis, meldet sie dieses Ergebnis zurück.
  3. Die Krankenkasse überweist nur den von ihr ermittelten Betrag.

Was passiert wenn,
der Betrag gleich dem selbst errechneten Betrag ist?

  • Die Krankenkasse überweist den Betrag und schickt Ihnen einen Brief.

der Betrag nicht gleich dem selbst errechneten Betrag ist?

  • Die Krankenkasse schickt Ihnen auch hier einen Brief, überweist aber nur den von ihr ermittelten Betrag.

 

Änderung auf dem Lohnschein

Bisher wurden erstattungsfähige Arbeitgeberzuwendungen zur betrieblichen Altersvorsorge kumuliert mit „fortgezahltes Bruttoarbeitsentgelt“ ausgewiesen. Das hat bei vielen für Verwirrung gesorgt. Ab 2016 werden die erstattungsfähigen Arbeitgeberzuwendungen in einem getrennten Feld ausgegeben.

Hinweis für Sage One Kunden: Der Lohnschein wird natürlich automatisch durch uns angepasst. Sie brauchen nichts zu tun.

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“Kind-krank-Meldung” endlich wieder elektronisch

Durch die Kollision von gesetzlichen Regelungen und der Entwicklung von elektronischen Meldeverfahren wurde die Entgeltbescheinigung „Kind-krank“ in 2015 nur im „Ersatzverfahren“ (also: Papier) von den Kassen verarbeitet. Hier wurden Veränderungen angekündigt.
Was ändert sich 2016?

Ab 2016 wird die Entgeltbescheinigung wieder elektronisch erstellt und versendet.

Hinweis für Sage One Kunden: Sie brauchen hier nichts zu tun. Die Meldungen werden automatisch mit der Echtabrechnung erstellt und versendet.

Änderungen bei der Lohnsteuer 2016

Besondere Lohnsteuerberechnung im Dezember 2015

Im Dezember können sich die meisten Arbeitnehmer auf „mehr Netto vom Brutto“ freuen! Grund ist das Gesetz zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergelds und des Kinderzuschlags.

Diese Anhebung erfolgt in zwei Stufen:

Stufe 1

  • Im Dezember 2015 wird der Grundfreibetrag von 8.354 auf 8.472 Euro angehoben (rückwirkend ab 01.01.2015).
  • Damit nicht alle Lohnscheine korrigiert werden müssen, wird die gesamte Änderung mit der Lohnabrechnung für den Dezember berücksichtigt.

Beispiel:
Ein Angestellter mit Steuerklasse I, ohne Kinderfreibetrag, ohne Kirchensteuer, gesetzlich krankenversichert, zahlte bei einem Bruttoentgelt von 2.000 Euro jeden Monat 206,91 Euro Lohnsteuer. Ab Dezember beträgt die Lohnsteuer aber nur 205,39 Euro. Die Differenz von 1,52 Euro, die von Januar bis November zu viel gezahlt wurde, wird nun mit der Dezemberabrechnung erstattet. In diesem Beispiel sind das 16,64 Euro.

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Stufe 2

  • Anhebung des Grundfreibetrags von 8.472 Euro auf 8.652 Euro im Januar 2016

 

Geänderte Lohnsteuerbescheinigung 2016

Bisher konnte man erstellte Lohnsteuerbescheinigungen weder stornieren noch korrigieren. Einmal erstellte Bescheinigungen waren „Gesetz“ für Finanzämter. Das ändert sich ab 2016.

Korrektur- und Stornierungsverfahren ab 2016

  • Korrektur bei:
    • Änderung der Lohnsteuer-Anmeldung nach Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung aufgrund des § 41c Absatz 3 Satz 4 bis 6 EStG zu seinen Gunsten
  • Stornierung bei:
    • Übermittlung eines falschen Kalenderjahrs,
    • falscher Übermittlung von kennzeichnenden Daten zu einer Person (IdNr., eTIN, Name, Vorname und Geburtsdatum) oder
    • Ersetzung von ursprünglich mehreren Einzel-Bescheinigungen zu einer zusammenfassenden Bescheinigung zu einem Arbeitsverhältnis

Hinweis für Sage One Kunden: Für Sie ändert sich nichts. Die Berechnung, Erstellung und Versendung der Lohnsteuerbescheinigung erfolgen automatisch mit der Echtabrechnung.

Jahreswechselarbeiten in Sage One

Auch wenn wir die meisten Änderungen automatisch für Sie im Programm aktualisieren, gibt es einige wenige Dinge, die Sie selbst erldigen müssen. Dazu haben wir Ihnen Videos mit Schritt für Schritt Anleitungen erstellt.

Hier geht es zum Webcast über die Jahreswechselarbeiten in Sage One Lohn & Gehalt.

Hier geht es zum Webcast über die Jahreswechselarbeiten in Sage One Finanzen & Buchhaltung und Sage One Angebot & Rechnung.

Hier geht zu den Anpassungen zum Jahreswechsel in der Buchhaltung.