Und am Anfang ward die Idee… Damit voll durchzustarten und möglichst schnell erfolgreich zu werden, das ist früher oder später der Traum aller Gründerinnen und Gründer. Paul Muck, Gründer und Inhaber der School of Racing hat es mit seinem Startup geschafft. Im Interview mit uns spricht er über die Gänsehaut beim Fahren, was Startups beachten sollten…und über Schokolade.

Die School of Racing ist erste Anlaufstelle für alle, die lernen möchten wie man richtig driftet und sportlich fährt – und für alle, die einfach einmal einen Tag lang über die Rennstrecke heizen wollen. Mit seinem Konzept richtet sich der Gründer der School of Racing, Paul Muck, nicht nur an Privatkunden sondern auch an Unternehmen, die gleich ein ganz individuelles Team-Event buchen möchten. Die School of Racing existiert seit 2010.

Paul, mit der School of Racing hast du dir auch einen persönlichen Traum erfüllt. Was treibt dich an?

Eine Leidenschaft zum „schnellen Fortbewegen“ hatte ich mir schon früh zu Eigen gemacht. Zuvor habe ich in der Automobilindustrie gearbeitet, dann Karriere in der Aviation gemacht. Was mich aber besonders gereizt hat, war die Freude am Fahren. 2005 stand ich das erste Mal auf dem Hockenheimring. Wenn ich daran denke bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Das war wie ein Initialmoment. Genau das ist mein Ziel mit der School of Racing, mit der ich mich fünf Jahre danach selbstständig gemacht habe. Wenn die Leute sich zurückerinnern und noch nach Jahren Gänsehaut bekommen, dann habe ich alles richtig gemacht.

Derzeit arbeitest du an deinem Konzept, demnächst soll noch eine zweite Marke neben der School of Racing entstehen…?

Das ist richtig, wir wollen uns auch stärker auf B2B fokussieren, mit einer eigenen Marke. Die School of Racing ist für sich zur Wortbildmarke geworden. An verschiedenen Punkten des Unternehmens haben wir immer wieder darüber nachgedacht einen Slogan zu entwerfen, die Marke zu erweitern. Doch sie steht für sich allein viel besser da.

Wie steht es um den Wiedererkennungswert?

Dazu nur so viel: manchmal werde ich angerufen, von Freunden aus Hamburg oder München, die mein Auto gesehen haben mit dem „School of Racing“-Aufkleber und sich abends mit mir treffen wollen. Dann sage ich denen „Das ist nicht mein Auto, das ist ein Kundenfahrzeug…“

…das School of Racing Emblem statt dem Sylt-Aufkleber?

Mh, ich weiß nicht ganz ob das die gleiche Zielgruppe ist… In jedem Fall macht mich das aber mega stolz. Wir sind ein kleines Unternehmen. Wenn jemand sich unser Emblem aufs Auto klebt, ist das vielmehr als nur ein Lob. Das ist gleich ein ganzes Statement.

Seit vier Jahren schickst du nun Leute mit schnellen Autos auf die Piste. Was rätst du anderen Startups, die unternehmerisch Gas geben wollen?

Nicht aufgeben! Natürlich hatte die School of Racing auch immer wieder Probleme oder ich musste Ideen umwerfen. Auch jetzt noch ändere ich manchmal eingespielte Konzepte und sehe dann gleich „okay, das hat Erfolg“ oder mache es eben wieder rückgängig. Flexibel zu bleiben ist ungeheuer wichtig, man sollte sich nicht versteifen. Denn ich bin ja der, der den ganzen Tag mit den Autos zu tun hat. Da sind meine eigenen Visionen nicht gleich automatisch dem Marktwillen. Meine Erfahrung ist aber, wenn man diese Balance finden und halten kann, entsteht mit etwas Glück ein Selbstläufer. Einfach nicht abdriften…

Wie sorgst du denn dafür, dass du den unternehmerischen Kurs hältst?

Da gibt es viele Möglichkeiten: Zum einen habe ich guten Kontakt zu meinen Kunden, ich bewege mich selbst dort, wo auch meine Zielgruppe ist. Wichtig ist auch, dass man sich nicht zu sehr mit unproduktiven Dingen aufhält. Ich stehe da immer vor dem Dilemma Rechnungen schreiben. Natürlich gibt’s ohne Rechnungen kein Geld, aber jeder Tag der fürs Rechnungen schreiben draufgeht ist vom Outcome her gesehen auch unproduktiv. Seit einigen Wochen tracke ich, wieviel Zeit bei mir für Buchhaltung draufgeht und versuche das zu optimieren…

…und du persönlich?

Wenn mir mal alles im Büro zu viel wird, freue ich mich auch auf mein Auto oder auf die Trainings, die ich auf dem Hockenheimring anbiete. Wenn mal weniger Zeit zur Entspannung ist, hilft aber auch schon ein guter Schokoriegel…

Darlehn und Zuschüsse für Existenzgründer

Eine gute Geschäftsidee ist entwickelt, ein Start-Up gegründet. Sie sind vom Erfolg Ihrer Planungen überzeugt; aber wenn Sie dann an die Umsetzung gehen, brauchen Sie Geld. Die Akquise eines Business-Angels oder Venture Capital-Gebers ist aufwendig. Dabei können Sie über die Bundesagentur für Arbeit oder Ihre Hausbank öffentliche Fördermittel beantragen. Diese werden als Zuschüsse, zinsgünstige Darlehn oder Beteiligungskapital gewährt. Voraussetzung ist immer ein betriebswirtschaftlich professionell erstellter und vor allem überzeugender Business-Plan.

Gründer- und Personalkostenzuschüsse über Arbeitsagentur

Wenn Sie vor Ihrer Gründung Arbeitslosengeld I bezogen, können Sie einen Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit beantragen. Sie erhalten dann sechs Monate lang Ihr Arbeitslosengeld I weiterhin als Zuschuss gewährt und zusätzlich noch 300 Euro monatlich für Ihre Sozialversicherung. Vor allem für Freiberufler ist diese Förderung attraktiv. So können Sie abgesichert auf Kunden-Akquise gehen. Ergänzend dazu gewährt die Bundesagentur Personalkosten für Mitarbeiter, die Sie aus der Arbeitslosigkeit bei Ihrem Unternehmen anstellen. Sie erhalten dann als sogenannten Eingliederungszuschuss 50 Prozent des Arbeitslohns und pauschal noch einen Beitrag zu Ihren Kosten als Arbeitgeber.

KfW-Förderung über die Hausbank beantragen

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stehen zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung, die teilweise von der EU mitfinanziert sind. Der ERP-Gründerkredit StartGeld fördert Unternehmen, die nicht älter als drei Jahre alt sind mit bis zu 100.000 Euro. Der effektive Jahreszins lag im August 2014 bei 2,27 Prozent. Sie müssen keinen Eigenkapitalanteil nachweisen. Förderfähig sind Betriebsmittel, Investitionen in Anlagen und Grundstücke und sogar Firmenfahrzeuge. StartGeld ist bis zu 80 Prozent haftungsbefreit für Ihre Hausbank, über die Sie den Antrag stellen müssen. Neben StartGeld bezuschusst die KfW mit Gründerkredit Universell sogar Vorhaben mit einem Volumen bis zu zehn Millionen Euro. Bei einer Laufzeit bis zu 20 Jahren und bis zu drei tilgungsfreien Jahren liegt der effektive Jahreszins aktuell bei nur 1,26 Prozent. Attraktiv ist auch das KfW Gründercoaching. Die KfW fördert bis zu 75 Prozent der Coaching-Kosten für Unternehmen, die maximal fünf Jahre alt sind.

Förderbanken in fast allen Bundesländern

In allen Bundesländern existieren mittlerweile Förderbanken, die Start-Ups in ihrer Gründungsphase unterstützen. Auch hier führt der Weg über die Hausbank. Sie sollten daher immer zunächst bei Ihrer Bank gezielt nach diesen Förderinstrumenten nachfragen. In der Regel sind solche Kredite zinsvergünstigt und haben eine Laufzeit zwischen fünf und 20 Jahren. Meistens sind tilgungsfreie Zeiten möglich. Gerade in der Anfangsphase sprudeln ja auch Ihre Gewinne nicht so üppig. Zudem bieten die meisten Förderbanken der Länder auch Programme mit Wachstumsdarlehen zur Betriebsmittel- und Investitionsfinanzierung an.

Eigenkapital durch Bankbeteiligung

Einige Bundesländer wie Bayern, Berlin und Baden Württemberg gründeten in den vergangenen Jahren Beteiligungsbanken. Diese steigen mit Eigenkapital in Start-Ups ein und erhalten dafür eine prozentuale, in der Regel stille Beteiligung. Oft sind Beteiligungen schon in der Frühphase der Gründung möglich. Die Förderhöhen variieren je nach Geschäftsgegenstand.

Fördermittel-Check bei Fuer-gruender.de nutzen

Der Förder-Dschungel ist unübersichtlich und die Hausbanken vergeben ohne direkte Nachfrage lieber eigene – meist teurere – Kredite. Sie sind als Gründer daher gut beraten, sich immer zunächst eine unabhängige Einschätzung zu bilden, wie und wo Sie einen Gründerzuschuss beantragen sollten. Eine gute Informationsbasis finden Sie auf fuer-gruender.de. Dort erhalten Sie auch Tipps für die Erstellung eines Businessplans und können mit dem Fördermittel-Check für Ihr Bundesland ermitteln, welche Fördertöpfe zur Verfügung stehen.