DEÜV (Datenerfassungs- und übermittlungsverordnung)

2 years ago

Das Verfahren der Datenerfassungs- und -übermittlungsverordnung (DEÜV) ist ein System zur Kommunikation zwischen Arbeitgebern und den Kranken- und Pflegekassen, der Deutschen Rentenversicherung und der Bundesagentur für Arbeit.

Hinweis für Sage One Lohn & Gehalt Kunden: Alle gesetzlichen Meldungen (inkl. aller DEÜV Meldungen) werden mit der Echtabrechnung automatisch erstellt und elektronisch versendet.

Gesetzliche Grundlage bestimmt durch Sozialgesetzbuch und der Sozialversicherung

Näheres zum DEÜV und dem damit verbundenen Meldeverfahren wird in §§ 28a bis 28c Sozialgesetzbuch IV (SGB), in der Verordnung über die Erfassung und Übermittlung von Daten für die Träger der Sozialversicherung (Datenerfassungs- und -übermittlungsverordnung DEÜV) und in den in § 28b Abs. 2 Sozialgesetzbuch IV (SGB) erlassenen Gemeinsamen Grundsätzen der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung geregelt.

Träger der Sozialversicherung ist auf Angaben des Arbeitgebers angewiesen

Damit die jeweiligen Träger ihren Aufgaben nachkommen können, benötigen sie von den Arbeitgebern entsprechende Informationen zu den beschäftigten Arbeitnehmern.

Alle Arbeitgeber sind deshalb verpflichtet, über das DEÜV Meldungen über ihre Beschäftigten abzugeben, die Angaben zum Beschäftigungsverhältnis beinhalten. Anhand der Informationen, die hierbei übermittelt werden, stellen die beteiligten Träger beispielsweise die Sozialversicherungspflicht eines Dienstverhältnisses fest oder berechnen die Ansprüche und Leistungen der Beschäftigten.

Neben den persönlichen Daten des Beschäftigten werden in der Akte des Beschäftigten auch dessen Sozialversicherungsnummer und die Betriebsnummer des Arbeitgebers gespeichert.

Meldetatbestände

Grundsätzlich meldet der Arbeitgeber alle relevanten Informationen zum Beschäftigungsverhältnis, die zur Feststellung des Versicherungsschutzes und zur Erbringung von Leistungen für den Beschäftigten notwendig sind. Bei jeder Meldung, die über DEÜV versendet wird, verwendet der Arbeitgeber eine zweistellige Nummer, den sogenannten Abgabegrund. Der Abgabegrund ist jeweils an einen Meldetatbestand geknüpft.

Dazu gehören die Anmeldung oder Abmeldung bei Beginn und Ende eines Beschäftigungsverhältnisses, sowie die in einigen Branchen vorgeschriebene Sofortmeldung. So kann sichergestellt werden, dass der Beschäftigte korrekt versichert ist und kein Verdacht auf Schwarzarbeit entsteht.

Darüber hinaus sind Arbeitgeber verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass die gespeicherten Daten zu seinen Beschäftigten stets aktuell sind. Ändert beispielsweise ein Beschäftigter seinen Namen, ist dies per Änderungsmeldung anzugeben.

Unterbrechungsmeldungen werden gesendet, wenn ein Arbeitsverhältnis vorübergehend unterbrochen wird, beispielsweise wegen Mutterschutz oder Elternzeit.

In Jahresmeldungen und Sondermeldungen informiert der Arbeitgeber die Versicherungsträger über das gezahlte Arbeitsentgelt oder eventuelle einmalige Zahlungen an seinen Beschäftigten.

Befindet sich ein Arbeitgeber im Insolvenzverfahren und führt dies zu einer Veränderung im Beschäftigungsverhältnis, sind gesonderte Abmeldungen oder Jahresmeldungen, die Meldungen in Insolvenzfällen, abzugeben.

Format der DEÜV-Meldung

Zu jeder Meldung und dem entsprechenden Meldetatbestand gibt es einen zweistelligen numerischen Code, den Abgabegrund, beziehungsweise die Schlüsselzahl. Meldet der Arbeitgeber beispielsweise den Beginn einer Beschäftigung wird der Abgabegrund „10 – Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung” eingetragen. Nach gleichem Prinzip funktionieren auch alle anderen Meldungen per DEÜV.

Eine vollständige Liste aller Meldetatbestände und der dazugehörigen Abgabegründe lässt sich über die Deutsche Rentenversicherung beziehen.

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