Unter Insolvenz versteht man die Überschuldung oder eine akute bzw. drohende Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens oder einer Person. Ein Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er seine fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann. Dem Schuldner müssen die notwendigen Zahlungsmittel fehlen, er muss andauernd, also nicht nur vorübergehend außerstande sein, einen nicht nur unwesentlichen Teil seiner fälligen Geldverbindlichkeiten zu befriedigen. Bei juristischen Personen liegt ein Insolvenzgrund auch dann vor, wenn sie überschuldet sind. Überschuldet ist eine juristische Person, wenn ihr Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, dass eine Fortführung des Unternehmens möglich erscheint.

Die Insolvenzgeldumlage oder U3 Umlage ist ein Pflichtbeitrag des Arbeitgebers zur Sozialversicherung und finanziert die Mittel für das Insolvenzgeld. Sie wird wie die Beiträge zur U1 Umlage und U2 Umlage monatlich mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag durch die jeweiligen Krankenkassen (sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer) oder die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (geringfügig Beschäftigte) abgeführt.

Insolvenzgeld

Ist ein Arbeitgeber insolvent und kann seinen Arbeitnehmern deshalb kein Arbeitsentgelt mehr zahlen, erhalten diese Insolvenzgeld. Es wird für die drei Monate vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt, wenn die Arbeitnehmer bereits dann kein Gehalt mehr erhalten haben. Alle Arbeitnehmer, auch geringfügig Beschäftigte, haben Anspruch auf Insolvenzgeld.

Insolvenzgeld ist steuerfrei

Insolvenzgeld ist eine Lohnersatzleistung und als solche steuerfrei. Es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt.

Höhe der Umlage

Im Jahr 2016 beträgt der Umlagesatz für die Insolvenzgeldumlage bei 0,12% des Arbeitsentgeltes eines Beschäftigten. Für Mitarbeiter in der Gleitzone gilt ein gesondertes Verfahren zur Berechnung des Umlagesatzes.

Alle insolvenzfähigen Arbeitgeber sind umlagepflichtig

Die Umlage müssen alle Arbeitgeber zahlen, die insolvenzfähig sind. Davon sind beispielsweise Privathaushalte sowie öffentliche Körperschaften und Einrichtungen öffentlichen Rechts ausgenommen, wenn ein Insolvenzverfahren über deren Vermögen unzulässig ist.

Weitere Umlagen der Sozialversicherung

Andere Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung sollen die finanzielle Belastung für Arbeitgeber bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (U1 Umlage) oder bei Zahlung des Mutterschaftsgeldes (U2 Umlage) kompensieren. Die U1 Umlage betrifft vor allem kleinere Unternehmen, die U2 Umlage dagegen alle Arbeitgeber.