Im deutschen Rechnungswesen versteht man unter dem „Vorsichtsprinzip“ einen allgemeinen Bilanzierungsgrundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung gemäß dem Handelsrecht. Das Vorsichtsprinzip ist in § 252 Abs. 4 Nr. 1 im Handelsgesetzbuch (HGB) niedergeschrieben. Unternehmen sollen demnach bei der Erstellung einer Bilanz nur diejenigen Vermögensgegenstände aktivieren, die einen Wert haben, beispielsweise weil sie sich im Handelsverkehr konkretisiert haben. Damit wirkt sich das Vorsichtsprinzip vor allem auf den Zeitpunkt aus, zu dem Gewinne oder Verluste in der Bilanzrechnung berücksichtigt werden.

Gemäß dem Vorsichtsprinzip dürfen Gewinne erst nach tatsächlicher Realisierung in der Bilanz ausgewiesen werden (Realisierungsprinzip), während Verluste unabhängig davon in der Bilanz auftauchen können (Imparitätsprinzip).

Die „Vorsteuer“ ist ein steuerliches Konzept, das im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzug auftritt. Die Vorsteuer stellt sicher, dass es sich bei der Umsatzsteuer um eine Endverbrauchersteuer handelt, die von an einer Leistung beteiligten Unternehmen nur durchgereicht und indirekt an den Endverbraucher abgegeben wird.

Gemäß dem Umsatzsteuergesetz (UStG) müssen Unternehmen auf alle Leistungen eine Umsatzsteuer von derzeit 19% bzw. ermäßigt 7% bezahlen. Diese Umsatzsteuer wird als indirekte Steuer an die Kunden weitergegeben, indem die Steuer in der Preisbildung berücksichtigt wird.

Um innerhalb eines Unternehmenssektors zu vermeiden, dass Unternehmen, die Leistungen zur Weiterverarbeitung einkaufen immer wieder Umsatzsteuer zuaddieren müssen, wird die hier bereits geleistete Umsatzsteuer (Vorsteuer) durch einen Vorsteuerabzug erstattet. So wird auch verhindert, dass durch eine Kette von Lieferanten eine mehrfache Besteuerung in die Preisbildung des Endprodukts übertragen würde. Der Vorsteuerabzug stellt damit die Wettbewerbsneutralität sicher, denn damit ist es für die Höhe der Belastungen irrelevant, wie viele Unternehmen nacheinander an der Erstellung oder Erbringung einer Leistung beteiligt waren.

Der Vorsteuerabzug ist ein steuerliches Konzept, das Unternehmen die steuerlichen Umstände innerhalb einer Wertschöpfungskette vereinfachen soll. Gemäß dem Umsatzsteuergesetz (UStG) sind Unternehmen verpflichtet eine Umsatzsteuer in Höhe von derzeit 19% bzw. 7% zu zahlen. Diese Steuer wird als indirekte Steuer an den Endkunden weitergegeben, da sie bereits in der Preisbildung berücksichtigt wird.

Durch die Vorsteuer ist sichergestellt, dass Unternehmen, die an einer Wertschöpfungskette beteiligt sind, diese Steuer zum Endverbraucher bzw. –kunden durchreichen können. So muss die Umsatzsteuer nicht bei jedem Schritt der Wertschöpfungskette hinzuaddiert werden. Damit dies gelingt wird der sogenannte Vorsteuerabzug den beteiligten Unternehmen erstattet.